Angehörige & Freunde

Unser Kind hat uns verlassen,
nie werden wir es lachen sehen-
wer kann unseren Schmerz erfassen,
wer kann unser Leid verstehen…

Verzeiht, wenn wir uns so „verwandeln“,
doch nichts kann unseren Kummer lindern-
unser Denken, Sehnen, Handeln
gilt stets unseren Sternenkindern….

Beachtet bitte, was ihr sagt,
wenn ihr mit uns sprechen solltet-
damit ihr uns nicht quält und plagt,
wo ihr uns doch trösten wolltet…..

Worte haben große Macht,
sie spenden Liebe, können heilen-
wählt eure Worte mit Bedacht,
wollt ihr uns zu Hilfe eilen….

Denn Worte können auch verletzten,
wenn sie unsrer Trauer höhnen-
können unser Aug´benetzen,
statt mit dem Schicksal uns versöhnen….

Begleitet unseren Weg ein Stück,
und wenn wir reden, lauscht uns bitte-
weist unser Baby nicht zurück
und nehmt es auf in eurer Mitte.

Ralf Korrek

 

Als Angehörige und Freunde stellt man sich oft die Frage, wie man am besten reagieren kann. In unseren Gruppenterminen und in den dadurch entstandenen Freundschaften haben wir individuelle Umgänge mit der Trauer kennen gelernt, aber auch Gemeinsamkeiten entdeckt. Diese wollen wir euch aus eigener Erfahrung gerne zur Verfügung stellen.

* Wir sind Eltern, auch wenn unsere Kinder nicht mit uns leben dürfen. Bitte sprecht unsere Kinder mit ihren Namen an.

* Aktuell sind wir nicht Herr unserer Sinne und Gefühle. Habt Nachsicht mit unserem Gefühlschaos und macht uns keine Vorwürfe, dass wir nicht so agieren wie vorher.

* Sprecht von unseren Kindern nicht als Fehlgeburt oder Abort.

* Schliesst uns nicht aus, nur weil ihr nicht wisst, wie ihr mit unserer Situation umgehen sollt. Wenn dem so ist, lasst es uns wissen, es ist bei weitem besser als zu schweigen.

* Geht uns bitte nicht aus dem Weg aus Angst, das Falsche zu tun. Diese Reaktion schmerzt am meisten. Wir freuen uns über jede Anteilnahme, auch von Menschen, die einem nicht so nahe standen. Wenn euch die Worte fehlen, dann sagt uns auch das.

* Habt Geduld! Habt Geduld in den Gesprächen, denn es fällt uns sehr schwer, über unsere Gefühle, Gedanken und Ängste zu sprechen. Zuhören und Fragen stellen ist die beste Medizin. Wir benötigen keine Ratschläge, denn wer kann diese überhaupt geben?

* Sprüche, die nicht hilfreich sind und die wir NICHT hören wollen:

„Ihr seid jung, ihr könnt noch viele Kinder bekommen.“

„Die Zeit heilt die Wunden.“

„Wer weiß, wofür es gut war.“

„Das Leben geht weiter.“

Wir wollen unsere Kinder nicht ersetzen. Die Zeit heilt diese Wunde nicht, sie verändert nur den Schmerz, und dass unsere Kinder sterben mussten, ist für gar nichts gut. Ja, das Leben geht weiter, dessen sind wir uns bewusst, aber es geht anders weiter, als wir uns dies erhofft und gewünscht hatten.